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Beistandschaft für das Kind

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Was ist eine Beistandschaft und welchen Auftrag hat die Beiständin/der Beistand?

Die Beistandschaft nach Art. 309 ZGB ist eine zeitlich und aufgabenmässig eingeschränkte rechtliche Vertretung eines minderjährigen Kindes, dessen Mutter nicht verheiratet und mündig ist. Die Beiständin/der Beistand hat dafür zu sorgen, dass die Vaterschaft festgestellt wird, und bietet je nach Situation der Mutter Unterstützung und Beratung.
Eine Beistandschaft nach Art. 308, Abs. 2 ZGB wird erstellt, um das Kind bei der Wahrung seines Unterhaltsanspruchs zu vertreten, oder um den persönlichen Verkehr zu überwachen.
Sind sowohl Vaterschaft wie Unterhalt streitig, wird eine kombinierte Beistandschaft errichtet (Art. 309 und 308, Abs. 2 ZGB).

Die Beiständin/der Beistand wird von der Vormundschaftsbehörde ernannt und arbeitet eng mit der Mutter zusammen.
Die Mutter bleibt Inhaberin der elterlichen Sorge.
Sie kann jederzeit gegen Handlungen der Beiständin/des Beistandes bei der Vormundschaftsbehörde Beschwerde einreichen (Art. 420 ZGB).

Rechtliche Schritte, die eine Beistandschaft in der Regel unnötig machen

Mutter und Vater des werdenden Kindes müssen folgende Vorkehrungen treffen:

  1. Anerkennung des Kindes durch den Vater vor oder kurz nach der Geburt des Kindes (siehe Kapitel “Anerkennung der Vaterschaft”).
  2. Abschluss eines Unterhaltvertrags und Genehmigung dieses Vertrages durch die Vormundschaftsbehörde (siehe Kapitel “Unterhaltsvertrag”).
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann in der Regel auf eine Beistandschaft verzichtet werden.

Wann wird eine Beistandschaft errichtet?

Die Vormundschaftsbehörde wird von der Mutter selbst oder vom Zivilstandsamt von der (bevorstehenden) Geburt des Kindes unterrichtet. Sie ernennt eine Beistandschaft, wenn
- eine unverheiratete schwangere Frau sie darum ersucht
- die Eltern sich nicht innert gegebener Zeit über die Anerkennung der Vaterschaft und/oder den Unterhalt des Kindes einigen
- ein als Vater bezeichneter Mann die Vaterschaft bestreitet und nicht bereit ist, das Kind vor dem Zivilstandsamt anzuerkennen
- die Mutter nicht will, dass das Kind vom Vater anerkannt wird
- ein Elternteil oder beide Ausländer sind und dies Komplikationen im Zusammenhang mit der elterlichen Sorge oder den Unterhaltsbeiträgen für das Kind zur Folge hat.

Wann endet die Beistandschaft?

Die Beiständin/der Beistand beantragt die Aufhebung der Beistandschaft, sobald die Vaterschaft festgestellt und der Unterhaltsvertrag abgeschlossen ist. Ist dies nicht innert 2 Jahren nach Errichtung der Beistandschaft möglich (zum Beispiel weil der Vater nicht ermittelt werden kann), wird die Beistandschaft in der Regel aufgehoben.

Wer wird Beiständin/Beistand?

Die Mutter hat das Recht, eine Person ihres Vertrauens für die Beistandschaft vorzuschlagen. Diese muss über das notwenige juristische Fachwissen verfügen, um nötigenfalls einen Vaterschafts- und Unterhaltsprozess zu führen.
Ohne Vorschlag der Mutter überträgt die Vormundschaftsbehörde einer von der Gemeinde gewählten Amtsvormundin/einem Amtsvormund die Beistandschaft für das Kind. Die Mutter kann vor der Ernennung mit ihr/ihm Kontakt aufnehmen und sie kennen lernen.

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