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Anerkennung der Vaterschaft

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Was bedeutet "anerkennen"?

Durch die Anerkennung der Vaterschaft entsteht ein Verwandtschaftsverhältnis zwischen Vater und Kind (Art. 260 ZGB).
Der Vater wird dadurch unterhaltspflichtig (Art. 276 ff, ZGB).
Er und und das Kind haben nun gegenseitig Anspruch auf persönlichen Kontakt (Art. 273 ZGB). Der Vater erhält ein Informations- und Anhörungsrecht (Art. 275a ZGB).
Das Kind ist dem Vater gegenüber erbberechtigt (Art. 457 ff ZGB) .

Warum anerkennen?

Jedes Kind hat das Recht, seinen biologischen Vater zu kennen. Das Kind wie auch die Mutter haben das Recht, auf, Feststellung des Kindesverhältnisses zum Vater zu klagen (Art. 261, Abs. 1 ZGB).
Anerkennt der Vater sein Kind nicht, setzt die Vormundschaftsbehörde eine Beistandschaft für das Kind ein, die für die Feststellung des Kindesverhältnisses zum Vater und für eine Unterhaltsregelung zu sorgen hat (siehe Kapitel “Beistandschaft” und “Vaterschaftsprozess”).

Wer muss das Kind anerkennen?

Jeder Vater, der nicht mit der Mutter seines Kindes verheiratet ist, muss sein Kind anerkennen.
Ist der Vater unmündig oder entmündigt, braucht er die Zustimmung seiner Eltern oder seines Vormunds (Art. 260, Abs. 2 ZGB).
Wenn ein als Vater bezeichneter Mann berechtigte Zweifel an seiner Vaterschaft hat, muss er das Kind nicht anerkennen (siehe Kapitel “Vaterschaftsprozess”).

Wo kann der Vater sein Kind anerkennen?

Die Anerkennung erfolgt wahlweise beim Zivilstandsamt

  • der Wohngemeinde des Vaters
  • der Wohngemeinde der Mutter
  • des Geburtsortes des Kindes
  • des Heimatortes des Vaters
  • des Heimatortes der Mutter
Wie anerkennt der Vater sein Kind?

Die Anerkennung beim Zivilstandsamt ist die einfachste Art der Anerkennung und kann bereits vor der Geburt erfolgen: Der Vater erklärt vor der Zivilstandsbeamtin/dem Zivilstandesbeamten, dass er der Vater des Kindes ist.

Folgende Papiere werden für die Anerkennung benötigt und müssen mitgebracht werden:

  • Personenstandsausweis des Vaters und der Mutter (zu beziehen am Heimatort)
  • Niederlassungsbewilligung des Elternteils, der in einer anderen Gemeinde wohnhaft ist als in der Gemeinde, in welcher die Anerkennung stattfindet.
  • Geburtsschein des Kindes, falls das Kind schon geboren ist (zu beziehen am Geburtsort des Kindes).
Für die Beschaffung der Papiere muss mit etwa zwei bis drei Wochen gerechnet werden.
Stammen ein Elternteil oder beide aus dem Ausland, kann die Beschaffung der Papiere länger dauern. Ausländischen Müttern und/oder Vätern ist eine Rechtsberatung beim Zivilstandsamt oder einer Rechtsberatungsstelle zu empfehlen, weil je nach Heimatland andere Dokumente beschafft werden müssen.

Die Vaterschaftsanerkennung wird ins Anerkennungsregister eingetragen.

Anerkennung vor Gericht

Eine Anerkennung kann auch vor Gericht aufgrund einer Klage auf Feststellung der Vaterschaft erfolgen (siehe Kapitel “Vaterschaftsprozess”).

Was geschieht, wenn die Mutter nicht will, dass das Kind anerkannt wird?

Das Gesetz schützt das Kind und gibt ihm das Recht auf Feststellung des Kindesverhältnisses zum Vater (siehe oben). Das Zivilstandsamt informiert deshalb die Vormundschaftsbehörde über die Geburt des Kindes. Diese ernennt eine Beiständin/einen Beistand für das Kind, die/der im Namen des Kindes Vaterschaftsklage erhebt.
Die Mutter ist verpflichtet, dem Beistand den Namen des Vaters zu nennen. Sie darf aber nicht durch die Drohung, die Obhut oder die elterliche Sorge werde ihr entzogen, dazu gezwungen werden.
Bleibt die Mutter bei ihrer Weigerung, den Namen des Vaters bekannt zu geben, kann die Beistandschaft nach 2 Jahren aufgehoben werden.
Der Vater hat das Recht, das Kind anzuerkennen, auch wenn die Mutter dies nicht wünscht.
Das Kind selbst kann bis zu 1 Jahr nach Erreichen der Volljährigkeit Vaterschaftsklage erheben.

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